SALUT! DaSein gestalten. – Bilanz und Perspektive! Eines Kongresses mit besonderem Profil

Wieder waren es mehr als 700 Teilnehmer beim nunmehr 3. Gesundheitskongress SALUT! DaSein gestalten. am 17. und 18. Mai 2017 in der Saarbrücker Congresshalle. In 30 Einzelveranstaltungen diskutierten sie gemeinsam mit 160 Referenten über neue Anforderungen an die Gesundheitspolitik sowie aktuelle Veränderungen und Herausforderungen der Branche. Mit einer Million neuer Arbeitsplätzen in den letzten zehn Jahren und einem Wertschöpfungsanteil von mehr als 12 Prozent am gesamten Bruttoinlandsprodukt zählt die Gesundheitswirtschaft zu den dynamischsten Branchen in Deutschland, aber auch zu denen mit besonderen Herausforderungen. Beim Kongress stießen Themen wie "Pflege 4.0" und "Betriebliches Gesundheitsmanagement 4.0", aber auch die kommunale Gestaltungsverantwortung für Gesundheit und Pflege sowie aktuell notwendige "Zukunftsinvestitionen in die medizinische Versorgung in Zeiten von Terror und Großkatastrophen" auf besonders große Resonanz.

SALUT! DaSein gestalten. überzeugte als Kongress und Fachmesse auch 2017 wieder mit einem besonderen Profil. Impulse von Leistungserbringern, Gesundheitsunternehmen und regionalen Netzwerken wurden mit den Lebenswelten von Bürgern und Patienten zusammengeführt. Dadurch gibt SALUT! innovative Anstöße für gesellschaftliche und politische Entwicklungen im Land.

Wege aus der Innovationswüste Deutschlands sollte die schon fast zur Tradition gewordene "Vorabend-Veranstaltung" der saarländischen Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger aufzeigen. Sie erhielt viel Zustimmung für ihre Forderung, dass Innovationen, wenn sie nach kurzer aber gründlicher Prüfung frühzeitig und flächendeckend eingesetzt werden, eine Schlüsselfunktion für eine bessere medizinische Versorgung übernehmen. 

"Ungleichheit" in der Gesellschaft und in der gesundheitlichen Entwicklung prägten die Diskussion im Eröffnungsforum. Dr. Bärbel Kurth vom RKI gelang der Spagat zwischen dem bereits wirkungsreichen "Bildungs-PISA" und einem neu zu entwickelnden "Gesundheits-PISA". Die Herkunft, die soziale Schichtung, der Alltag bei Arbeit und im Wohnen prägen beides: Gesundheits- und Bildungsstatus. Hier gibt es vielfältigen Handlungsbedarf!

Auf besonderes Interesse stießen auch 2017 wieder die Zukunftswerkstätten, dieses Mal mit den Themen "Mehr psychische Gesundheit ist möglich – neue Wege in der Förderung von Resilienz", "Digitalisierung - neue Chancen für Patienten?" und "Der Umgang mit dem demografischen Wandel" – in diesem Jahr mit der Jugendperspektive. Die originellen Ergebnisse dieser Werkstätten rufen nach "Fortsetzung". Dank eines Kongress-Stipendiums und besonderer Studierendentarife nutzten mehr junge Menschen die Chance, sich über ihre Zukunftschancen in der Gesundheitsbranche zu informieren und selbst Impulse für Veränderungen zu setzen.

"Die medizinische Versorgung bei Terroranschlägen und Großkatastrophen – mit einem Blick über die Grenze" sorgte bereits vor dem eigentlichen Kongressauftakt für mediale Aufmerksamkeit. Beim Kongress diskutierten Vertreter der Bundeswehr, des saarländischen Innenministeriums, der französischen Region Grand Est, des DRK und der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, welche Herausforderungen es aktuell für regionale Entscheider zu bewältigen gibt. So stehen Ärzte und Rettungskräfte – anders als bei großen Verkehrsunfällen - bei Attentaten vor einer besonderen Situation: Maschinenpistolen, Sprengsätze und Nagelbomben verursachen andere Verletzungen und erfordern dementsprechend auch anderes Eingreifen, insbesondere eine abgestimmte Perfektion in der Versorgung. Hierzu gehören eine kontinuierlich trainierte und hoch professionelle Zusammenarbeit aller Versorgungsakteure, die im deutschen Gesundheitswesen aus Finanzierungsgründen in der Regel nicht stattfindet. Die Teilnehmer dieses Forums konnten viel von dem leider terrorerfahrenen Frankreich lernen.

Das Kongressfinale widmete sich 2017 "Der Überwindung der Sektoren durch Angleichung der Strukturen". Matthias Gruhl aus Hamburg, ein Senior deutscher Gesundheitsreformen, hatte eine zentrale Botschaft: Der Bundesgesetzgeber muss in der nächsten Legislaturperiode den Rahmen dafür schaffen, dass sich die Zugangswege, die Versorgungsstandards, die Vergütungen und die Qualitätssicherung in den noch getrennten Versorgungssystemen zunehmend angleichen, damit in den Gesundheitsregionen entsprechende Gestaltungsräume genutzt werden können.

In der hochkarätig besetzten Abschlussrunde bestand Konsens darin, die verantwortlichen Akteure in der Bundespolitik aufzufordern, die Voraussetzungen für einen derartigen Strukturwandel auf den Weg zu bringen.

Es gab viele Impulse, mit denen sich die Gesundheitsbranche in naher Zukunft weiter auseinandersetzen muss. In Saarbrücken wird dazu in der ersten Maiwoche wieder Gelegenheit sein.

Das "Experiment" Gesundheitsmesse für Endverbraucher ist gut gestartet und weiter ausbau- und entwicklungsfähig. Neben Ratgeberforen und Hilfen zur Selbsthilfe honorierten die Besucher das Engagement der Aussteller, mit gezielten Aktionen die Gesundheitskompetenz der Messeteilnehmer zu stärken. Geboten wurden neben Hörtests auch wissenschaftlich fundierte Herzkreislauf-Risikoscreenings. Auch die Ratgeberforen zur "Herzgesundheit", zu Fragen rund um die Palliativversorgung oder zur Realisierung von Rechtsansprüchen von Patienten in der gesundheitlichen Versorgung wurden positiv angenommen.

Die Unterhaltung kam ebenfalls nicht zu kurz: Ein leitender Oberarzt und Krimiautor las aus seinen Werken, in denen die Ärzte immer die Mörder sind. Mit "Hörzeit – Radio wie früher" sowie mit Comics wurde das Thema Demenz heiter präsentiert.

In der ersten Maiwoche 2018 wird es eine weitere Premiere im Saarland geben: SALUT! DaSein gestalten. und SALUT! plus, d.h. Fachkongress und Fachmesse, werden mit der Bürger- und Patientenmesse enger zusammenrücken. Vom 3. bis 6. Mai 2018 begegnen sich Profis und Laien dann in ausgewählten Foren, sie tauschen Erfahrungen aus und praktizieren den Dialog auf Augenhöhe.

Tagungsbeiträge
Impressionen
Presse

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